Rückbauarbeiten für mehr Naturnähe auf Kurl 3

Versiegelte Böden findet man in unseren Städten und Industriestandorten überall: Sie sind durch einen Bodenbelag, wie Beton und Asphalt, luft- und wasserdicht abgedeckt. Dadurch kann Regenwasser nicht versickern, was einerseits dazu führt, dass die Grundwasservorräte sich nicht auffüllen und andererseits bei Starkregen das Risiko örtlicher Überschwemmungen erhöht wird. Entsiegelung der naturfernen Bereiche ist der Schlüssel, um die natürlichen Bodenfunktionen wiederherzustellen.

 

Wir freuen uns daher ganz besonders, euch mitzuteilen, dass die umfangreiche Entsiegelung und Herrichtung eines neuen, ökologisch wertvolleren Zustandes auf Kurl 3 abgeschlossen sind: Rund 3.700 m² Verkehrs-, Lager- und Parkflächen verblieben nach dem Ende der bergbaulichen Nutzung auf der Fläche Kurl 3 – das entspricht in etwa der Größe eines halben Fußballfeldes, im versiegelten Zustand. Durch die Entsiegelung dieser Flächen haben wir ein großes ökologisches Potenzial entfacht und einen Lebensraum über und unter der Erde geschaffen. Die eingebrachten Naturmaterialien nehmen nun die Rolle wertvoller Sekundärlebensräume, vor allem für gefährdete und seltene Tier- und Pflanzenarten, ein.  In den kommenden Wochen wird HeimatERBE zusätzliche Elemente, wie Steinriegel und Holzstämme ergänzen, um die frisch entstandenen Lebensräume strukturell anzureichern und die Habitatvielfalt zu erhöhen und außerdem ein Wegekonzept inkl. eines Lehrpfades auf Kurl 3 zu etablieren.

 

Bereits im Frühsommer 2021 startete die Vorbereitung dieser Maßnahme: in Abstimmung mit den zuständigen Behörden wurden Untersuchungen des Materials vorgenommen. Nach der Genehmigung konnten wir mit den Arbeiten beginnen. Ein naturbelassener, deutlich schmalerer Weg ermöglicht nach wie vor den Zugang zu der Fläche. Teilbereiche wurden und werden auch weiterhin in regelmäßigen Abständen von Mitarbeitern der Methangasanlage und des Funkmastbetreibers vorwiegend zur Wartungszwecken befahren – doch einer Vollversiegelung bedarf es dafür nicht.

 

In den Randbereichen der Versiegelungen hatten stellenweise einige Gehölzwurzeln den Beton und Asphalt durchbrochen. Diese Ziergehölze wurden zunächst gemeinsam mit randlichen Sträuchern zurückgeschnitten, um das ganze Ausmaß der Versiegelung und das spätere Arbeitsfeld für die Entsiegelung freizustellen.

 

Folgenden Arbeitsschritte sind nach der Abstimmung mit den Behörden in chronologischer Reihenfolge durchlaufen worden:

 

1. Baufeldfreimachung in den ökologisch weniger sensiblen Wintermonaten

2. Aufstemmen der Asphalt- und Betondecken ebenfalls im Winter

3. Abtransport der Deckschicht

4. Herstellung eines 3 m breiten Weges aus versickerungsfähigen Naturmaterialien – ca. 800 m²

5. Auftrag von naturbelassenem Sand regionaler Herkunft für artenschutzfachliche Belange in den übrigen entsiegelten Bereichen – ca. 2.900 m²

 

Dank dieser aufwändigen Maßnahmen konnten wir die oben genannten Lastfaktoren der Versiegelung, aufheben. Die gesamte Maßnahmenfläche ist nun versickerungsfähig, trägt somit zur Grundwasserneubildung bei, nimmt Wasser auf und speichert es in den Porenräumen. Somit wirkt es sich positiv auf das Kleinklima aus.

 

Übrigens: wir haben fortlaufend die Wirkungen der Einzelschritte ökobilanziell erfasst und bilanziert. Bald informieren wir über unsere eigene Ökobilanz!

 

Wir freuen uns auf die weiteren Entwicklungen und halten euch auf dem Laufenden!

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