Altes Schmiede-gebäude wurde zur ‚Artenschutzschmiede‘ umgewidmet

In neuem Glanz erstrahlt auf unserer Fläche Ewald 5 das ehemalige Schmiedegebäude. Wir haben das gut 100 Jahre alte Gebäude, das zuletzt ungenutzt leer stand, durch geeignete Maßnahmen mit lokalen Partnern innen wie außen speziell zum Zwecke des Artenschutzes für verschiedene Tiergruppen umgewidmet.

 

Das 268 m2 große Gebäude im Zentrum der Fläche wies bereits erste Besiedlungsspuren durch Fledermäuse, Vögel und Amphibien auf. Für die sogenannten kulturfolgenden und weitere – auch geschützte – Arten, die immer weniger geeignete Quartiere finden, wurde das Gebäude erhalten. Um das Potenzial auszubauen, waren Instandhaltungs- und umfassende Installationsarbeiten über mehrere Monate notwendig. Unter Berücksichtigung verschiedener artenschutzfachlicher Praxisleitfäden sowie einer Beratung durch den Artenschutz-Experten Alfons Pennekamp von der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz im Kreis Recklinghausen, wurden vielfältige Maßnahmen umgesetzt:

– Installation von Nistkästen für verschiedene Vogelarten (Generalisten und Spezialisten) im Außenbereich, Montage eines Schleiereulen-Nistkasten im Innenraum,

 

– Installation von Fledermausflachkästen (Sommerquartiere) und Hohlblockziegeln (sog. Fledermaussteine) für Fledermäuse im Innen- und Außenbereich,

 

– Installation von Wildbienennisthilfen in Form spezieller ‚Ton-Niststeine‘,

 

– Schaffung geeigneter Quartiers-Strukturen in der schmalen Unterkellerung des Gebäudes (Winterquartier),

 

– Einbringung sandigen Substrats auf dem Boden sowie stellenweise Anhäufungen von Steinen als Winterquartier für Amphibien, Reptilien, Säugetiere oder auch Fledermäuse,

 

– Verkleidung der Fenster mit Holzbohlen ähnlich einer Stülpverschalung als potenziellen Spaltenverstecke für Fledermäuse (Sommerquartiere),

 

– Berücksichtigung von bereits vorhandenen Spaltenhabitaten bei der Instandsetzung weiterer Teilbereiche, – Erhalt bzw. Neuanlage dieser im Zuge der Arbeiten,

 

– Erhalt, Instandsetzung und Neuschaffung von Einflugmöglichkeiten im Bereich der Fassade und des Daches bzw. Durchgängen am Boden,

 

– Instandsetzung der Gebäudesicherheit, insbesondere der Dachkonstruktion,

 

– Beseitigung von Gefahrenstellen mit Verletzungsgefahr für Tier und Mensch,

 

– Verschließen des Gebäudes, sodass die Betretung durch Dritte nicht mehr möglich ist.

Aufgrund der zahlreichen Vorrichtungen bietet die Artenschutzschmiede potenzielle Quartiere für Singvögel, wie der Mehlschwalbe, dem Gartenrotschwanz und vielen weiteren; Seglervögel, wie dem Mauersegler; Eulenvögel, wie der Schleiereule; Greifvögel, wie dem Turmfalken, sowie der Artengruppen der Fledermäuse, Amphibien, Reptilien, Insekten und Säugetiere. Für Unterschlupf und Schutz ist nun gesorgt. In den nächsten Jahren wird durch unsere Pflegemaßnahmen auch das Umfeld so entwickelt, dass die potenziellen Bewohner auch geeignete Nahrungshabitaten vorfinden.

 

Zudem wird ein ökologisches Monitoring auf Ewald 5 etabliert, welches auch die Entwicklungen und Erfolge der Maßnahmen an der Schmiede untersucht, die daraufhin überprüft, angepasst und erweitert werden.

 

Wir freuen uns darauf, euch über die Erfolge unserer Artenschutzmaßnahmen zu berichten!

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